Ylang Ylang – sanfte Verführerin
Sinnlich, weich und zugleich belebend: Ylang Ylang fasziniert mit seinem vielschichtigen Duft, der in Südostasien seit jeher geschätzt wird – sei es in pflegenden Salben, rituellen Anwendungen oder als duftendes Symbol der Verbundenheit.

Die sternförmigen Blüten verströmen vor allem in der Nacht ihr volles Aroma, werden dadurch gleich früh morgens gepflückt und sind ein echtes Geschenk der Natur. Heute zählt Ylang Ylang zu den kostbaren Düften in der Aromapflege – geschätzt für seine wohltuende Tiefe, seine ausgleichenden Qualität auf das emotionale Empfinden und seine Fähigkeit, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Ein Duft, der Raum schafft – für Ruhe, Nähe und ein sanftes Zurück zu sich selbst.
Geschichte
Schon über viele Generationen hinweg spielt Ylang Ylang in der südostasiatischen Kultur eine besondere Rolle – nicht nur wegen seines betörenden Dufts, sondern auch wegen seiner vielfältigen Nutzung. Auf den Molukken stellen Einheimische aus den zarten Blüten, Kokosfett und Kurkuma eine heilende Salbe namens «Borri Borri» her, die bei hoher Körpertemperatur, Hautproblemen sowie zur Haar- und Körperpflege Anwendung findet. Die sinnliche Ausstrahlung der «Blume der Blumen» macht sie in Indonesien auch zu einem festen Bestandteil traditioneller Hochzeitsbräuche. Frisch vermählte Paare schlafen unter mit Ylang-Blüten bestreuten Betten.
Ursprünglich in Indonesien und auf den Philippinen beheimatet, fand Ylang-Ylang-Öl erst im 19. Jahrhundert seinen Weg nach Europa – dank des deutschen Seemanns Albert Schwenger. Verzaubert vom betörenden Duft der Blüten, destillierte er mit seiner mobilen Anlage erstmals das kostbare Öl und brachte so ein Stück Tropenmagie über die Meere. Rasch eroberte Ylang Ylang die Parfümwelt und wurde etwa in Chanel Nº 5 berühmt. Früh erkannte man auch dass Ylang-Ylang-Öl in bestimmten Situationen unterstützend eingesetzt wurde – etwa bei innerer Unruhe zur Herzberuhigung.

Merkmale
Ylang Ylang – botanisch Cananga odorata – gehört zur Familie der Annonengewächse und fasziniert vor allem durch seine leuchtend gelben, sternförmigen Blüten. Diese verströmen einen üppigen, süss-blumigen Duft, der besonders in den Nachtstunden intensiver wird und gezielt nachtaktive Bestäuber anzieht. Der immergrüne Baum, meist auf eine Höhe von zwei bis drei Metern gehalten, blüht das ganze Jahr über – am kräftigsten jedoch während der Regenzeit. Frühmorgens werden die empfindlichen Blüten per Hand geerntet, da ihr Duftstoffgehalt zu dieser Zeit am höchsten ist. Um ihre Qualität zu sichern, beginnt die Destillation direkt nach der Ernte, noch am selben Ort. Die hochwertigsten Öle stammen von den Komoren, aus Mayotte und Madagaskar. Dank seines natürlichen Schutzes gegen Schädlinge kommt der Baum ganz ohne chemische Behandlung aus – ein Geschenk der Natur.

Vielschichtige Duftgewinnung
Wusstest du, dass es für die Herstellung von Ylang-Ylang-Öl eine spezielle Methode gibt? Während einer etwa 20-stündigen Destillation entstehen gleich mehrere verschiedene Duftfraktionen, jede mit ihrem eigenen Charme!
- Extra Supérieur: Der feinste und intensivste Duft, gewonnen in den ersten 15 Minuten
- Ylang Ylang Extra: Nach etwa einer Stunde, ein blumiger, vollmundiger Duft
- Ylang Ylang I, II, III: Diese Fraktionen entstehen schrittweise bis zur 12. Stunde
- Ylang Ylang Komplètt: Die vollständige Fraktion, die bis zum Ende der Destillation gewonnen wird
Besonders spannend: Ylang Ylang Extra ist reich an Monoterpenestern und wird aufgrund seines vollblumigen Dufts in der Aromatherapie und -pflege besonders geschätzt. Es entfaltet ausgleichende Eigenschaften auf die emotionale Balance und das körperliche Wohlbefinden. Auch Ylang Ylang Komplètt, das reich an Sesquiterpenen ist, hat seinen ganz eigenen Charme: Mit seinem tiefen, erdenden Duftcharakter.
Die sorgfältige Trennung dieser Fraktionen sorgt für die perfekte Kombination von Duft und Erlebnis – wie faszinierend, oder?
Ätherisches Öl Profil
Ylang Ylang verführt mit einem Duft, der sanft umhüllt, Wärme spendet und sinnlich berührt. Sein Aroma legt sich wie ein zarter Schleier auf Körper und Geist. Die Blüten werden sorgfältig von Hand gepflückt – für ein Kilogramm Öl braucht es etwa 40–50 kg davon, was im Vergleich zu vielen anderen Pflanzen als sehr ergiebig gilt. Die Qualität des Öls hängt von vielen Faktoren ab: Sorgfältige Pflege der Pflanzungen, das Ernten reifer Blüten im richtigen Moment sowie eine unmittelbar nach der Ernte beginnende Destillation in mehreren Fraktionen sind entscheidend, um das volle Duftspektrum zu erhalten.
Anwendungsbereiche
Ideal für entspannende Abendbäder, sanfte Bauchmassagen oder duftende Pflege-Rituale. Ylang Ylang unterstützt dabei wieder in eine liebevolle Verbindung mit sich selbst zu treten – mit Achtsamkeit und innerer Ruhe. Besonders wohltuend bei Erschöpfung, emotionaler Anspannung oder wenn der Zugang zum eigenen Körpergefühl verloren geht.
Gut zu wissen
Weniger ist hier mehr: Schon ein Hauch genügt, um ein harmonisches Dufterlebnis zu schaffen – zu viel des Guten kann hingegen schnell und für Kopfweh sorgen.
Eigenschaften
sinnlich, wärmend, umschmeichelnd
- regt die Sinne an
- schafft eine Beziehung zum eigenen Körper
- unterstützt eine befreite Sexualität
- öffnet das Herz
- bei Frauenthemen
- für introvertierte Menschen
- ausgleichend bei starken Gefühlen wie Wut, Hass und Eifersucht
Gewinnung
Das ätherische Öl Ylang Ylang wird durch Wasserdampfdestillation der Blüten gewonnen. 40–50 kg reine Blüten ergeben 1 Liter ätherisches Öl.

DIY-Idee
Duftreise zu Dir selbst – Vollbad
- 4 Tropfen ätherisches Öl Grapefruit
- 2 Tropfen ätherisches Öl Ylang Ylang
- 2 Tropfen ätherisches Öl Sandelholz
- 1 Tropfen ätherisches Öl Neroli
- 1 Esslöffel Vollrahm
Alle Komponenten gut mischen und ins Badewasser geben.
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