Düften auf der Spur


Was genau ist eigentlich ein Duft? Unsichtbar und doch vorhanden hat es etwas Magisches an sich. Gehen wir gemeinsam diesem Thema auf den Grund und tauchen ein in die faszinierende Welt der Düfte, Dufterlebnisse und ätherischen Öle.

Duftwelt – Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind duftende Pflanzenessenzen, die unter anderem aus Blüten, Blättern, Rinden, Wurzeln, Früchten oder Harzen gewonnen werden. Sie sind flüchtig, verdunsten rückstandslos und hinterlassen im Gegensatz zu fetten Ölen keine oder kaum Spuren auf Oberflächen. Diese duftenden Stoffe werden in winzigen Drüsen der Pflanzen gespeichert – oft an Stellen, die Sonnenlicht, Wärme und Luft berühren.

In der Natur dienen sie der Pflanze unter anderem zur Kommunikation: Sie senden Signale, locken nützliche Insekten an oder halten unerwünschte Besucher fern. Manche Düfte entfalten sich erst bei Berührung, andere schweben bereits bei leichter Wärme in der Luft. Ihre Vielfalt ist beeindruckend. Ein einzelnes Öl kann aus mehreren Hundert natürlichen Verbindungen bestehen – jede Pflanze bringt ihre eigene, unverwechselbare Duftsignatur hervor.

Was ist per Definition ein Duft?

Ein Duft besteht aus flüchtigen Molekülen, die über die Luft transportiert und durch die Nase aufgenommen werden. Auch wenn man sie nicht sieht, sind sie doch so präsent, dass sie Erinnerungen hervorrufen, Gedanken formen oder eine bestimmte Stimmung erzeugen können.

Duft ist mehr als Geruch – es ist Atmosphäre, Erinnerung, Identität. Er entsteht, sobald sich Moleküle einer Substanz von ihrer Oberfläche lösen und in die Umgebungsluft übergehen. Je nach Zusammensetzung, Temperatur und Umgebung entfaltet sich ein individueller Duftcharakter.

Wie wird ein Duft wahrgenommen?

Sobald ein Duft in die Nase gelangt, beginnt eine faszinierende Reise. Die feinen Moleküle treffen auf Sinneszellen, die mit winzigen Haaren – sogenannten Zilien – ausgestattet sind. Diese senden Impulse an einen Bereich im Gehirn, der eng mit Gefühlen, Erinnerungen und Emotionen verbunden ist: das limbische System.

Was bedeutet das? Ein bestimmter Duft kann spontan an Kindheit, Urlaub, Menschen oder besondere Erlebnisse erinnern. Manche Aromen fördern Ruhe, andere machen wach, wieder andere schaffen Klarheit oder Leichtigkeit. Interessanterweise entscheidet nicht allein die chemische Zusammensetzung, sondern auch unser persönliches Empfinden, wie wir einen Duft erleben – jeder Mensch nimmt ihn etwas anders wahr.

Wie wird ein Duft beschrieben?

Düfte zu beschreiben ist wie das Malen mit Worten – subjektiv, poetisch und oft emotional. Ein Duft kann frisch, süss, holzig, harzig, blumig, zitronig, würzig oder balsamisch sein. Er kann an einen Sommermorgen erinnern, an Waldspaziergänge, an frisch geschälte Orangen oder an eine Umarmung.

Da sich jeder Duft über die Zeit entfaltet, spricht man oft von seiner Entwicklung: Was riecht man zuerst? Was bleibt in der Mitte präsent? Und was klingt am Ende lange nach? Diese Sprache eröffnet eine ganz eigene Welt – voller feiner Nuancen, vielschichtig und sehr individuell.

Was ist eine Basis-, Kopf- und Herznote?

Ein Duft entfaltet sich in drei Phasen – wie eine Reise, die mit einem aufregenden Beginn startet, eine spannende Mitte nimmt und schliesslich mit einem bleibenden Eindruck und einer langsamen Ankunft endet.

  • Die Kopfnote ist der erste Eindruck auf dieser Reise: lebendig, klar, oft spritzig oder frisch. Sie entfaltet sich sofort, bleibt aber nur für kurze Zeit. Typisch dafür sind Zitrone, Bergamotte oder Pfefferminze.
  • Die Herznote zeigt sich, wenn der erste Eindruck sich gelegt hat. Sie bildet das Zentrum der Duftreise, oft blumig, würzig oder weich. Beispiele sind Rose, Rosengeranie oder Lavendel.
  • Die Basisnote bleibt am längsten und verleiht dem Duft Tiefe und Charakter. Sie entwickelt sich langsam, manchmal erst nach Stunden, und ist oft warm, holzig oder sanft umhüllend – wie Sandelholz, Patchouli oder Vanille.

Beim Mischen von Düften wird gerne das Verhältnis 3:2:1 verwendet – drei Teile Kopfnote, zwei Teile Herznote, ein Teil Basisnote. So entsteht eine harmonische Komposition, bei der sich die einzelnen Düfte gegenseitig ergänzen und gemeinsam ein rundes Gesamtbild entstehen lassen.

Dies ist besonders hilfreich, wenn man zu Beginn mit ätherischen Ölen arbeitet, da es eine einfache und klare Struktur bietet, um ausgewogene Mischungen zu kreieren. Mit der Zeit jedoch wird die eigene Nase geschult, und der Instinkt übernimmt zunehmend die Auswahl der Öle. Das bedeutet, dass man nicht mehr nur den Mischverhältnissen folgt, sondern auch ein feineres Gespür für die Düfte entwickelt und immer intuitiver mit den Ölen arbeitet. Die Wahl der ätherischen Öle wird zunehmend von den eigenen Vorlieben und Erfahrungen beeinflusst, sodass sich der Mischprozess immer mehr zu einer kreativen, persönlichen Entfaltung entwickelt.

Fazit

Ätherische Öle sind weit mehr als wohlriechende Substanzen: Sie verbinden Natur und Emotion, sprechen unsere Sinne auf tiefster Ebene an und eröffnen eine ganz persönliche Duftwelt. Ihr Potential ist individuell, ihre Anwendung kreativ – und mit jedem Tropfen entfaltet sich ein Stück lebendige Pflanzenkraft, das Körper, Geist und Stimmung in Einklang bringen kann.

So werden ätherische Öle gewonnen

Destillation

Die Wasserdampfdestillation ist eine häufige Form der Gewinnung von ätherischen Ölen. Dieser Prozess braucht Zeit und Geduld. Er ist sehr schonend und besonderes geeignet, da er die empfindlichen Düfte optimal bewahrt. Der Druck, die Temperatur und die Destillationszeit sind entscheidend bei der Gewinnung der ätherischen Öle. Da jede Pflanze einzigartig ist, kann eine Wasserdampfdestillation von nur wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern, bis sie vollständig abgeschlossen ist.

Unsere Destillateure am Ursprungsort kennen die individuellen Eigenschaften der Pflanzen bestens. Wir schätzen das Fachwissen unserer zumeist langjährigen Partner und schenken ihnen unser volles Vertrauen.

Illustration eines Destillationsprozess bei der Gewinnung von ätherischen Ölen

Kaltpressung

Die Kaltpressung kennt man am ehesten von kaltgepresstem Olivenöl. Derselbe Vorgang wird zur Gewinnung von ätherischen Ölen eingesetzt. Die Kaltpressung der Schalen wird meistens bei Zitrusfrüchten angewendet, zum Beispiel bei der Orange, Zitrone oder Bergamotte, denn diese Früchte sind nicht hitzebeständig. Die Fruchtschalen, welche das ätherische Öl enthalten, werden zerkleinert, mit etwas Wasser vermischt und gepresst. Dabei achtet man auf eine schonende und nicht maximale Auspressung. Anschliessend wird das ätherische Öl in einer Zentrifuge vom Rest der entstandenen Emulsion getrennt. Da wir nur biologische Früchte beziehen, z. B. von unserem Lieferanten Salamita, können wir garantieren, dass keine Fungizide oder andere künstliche Stoffe in unsere ätherischen Öle gelangen.

Illustration der Gewinnung von ätherischen Ölen via Kaltpressung

Allgemeine Informationen / Anwendungshinweise

Ätherische Öle sind empfindliche Vielstoffgemische und aufgrund der arbeits- und rohstoffintensiven Gewinnung sehr wertvoll. Je nach Pflanze und Herkunft sind die Kosten sehr unterschiedlich. Das hat mit der Pflanzenmenge zu tun, welche für einen Tropfen Öl benötigt wird.

Düfte sorgfältig aufbewahren

Aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit sollten ätherische Öle immer vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Darum sind unsere Öle in dunklen Fläschchen zu 5 oder 10 ml abgefüllt. Ätherische Öle verbinden sich sehr schnell mit dem Sauerstoff der Luft. Um den Duft zu bewahren ist es sehr wichtig, die Öle nach Gebrauch sofort wieder gut zu verschliessen.

Anwendungshinweise beachten

Ätherische Öle sind dem Schweizer Chemikaliengesetz unterstellt. Ätherische Öle sollten nicht eingenommen oder unverdünnt auf der Haut angewendet werden. Wir empfehlen daher immer eine verdünnte Anwendung in einem fetthaltigen Trägerstoff. Ideal dafür eignet sich das neutrale Aromalife PURE Körperöl, alternativ auch Aprikosenkernöl, Jojobaöl, Johanniskrautöl und weitere pflanzliche Öle.

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Die Beratung einer Fachperson vor der Verwendung von ätherischen Ölen während Schwangerschaft und Stillzeit wird empfohlen.

Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren

Die Beratung einer Fachperson vor der Verwendung von ätherischen Ölen wird empfohlen.

Anwendung bei chronischen Krankheiten (z.B. Epilepsie, Allergien, u.a.)

Die Beratung einer Fachperson vor der Verwendung von ätherischen Ölen wird empfohlen.

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