Waldbaden für zuhause


Die Praxis des Waldbadens hat ihren Ursprung in Japan. In den 80er Jahren ist Waldbaden als Präventionsmassnahme zur Stressbewältigung und Erholung für überarbeitete und gestresste Menschen eingeführt worden. Mittlerweile hat das Waldbaden auch Europa und somit die Schweiz erreicht und neben Pic-Nic’lern, Pilzlern, Jogger und Hündeler, begegnen wir auch immer mehr «Waldbader» in unseren Wäldern. Wie gut es tut, probiert man am besten gleich selbst aus. Entweder in einem nahegelegenen Wald oder mit einem Produkt aus der Aromalife Themenwelt Waldbaden.

Tannenwald im Nebel im Hintergrund und über dem ganzen Bild ist ein dunkelgrüner Schleier.

Waldbaden – eine Anleitung

Ankommen

Suche dir einen ruhigen, geschützten Ort, wo du dich wohlfühlst und ganz bei dir sein kannst. Allein, achtsam und still. Richte es dir gemütlich ein, mache vielleicht eine Erkundungstour in der näheren Umgebung. Setz dich dann und lasse die Seele baumeln oder mach ein Nickerchen. Komme an.

Energie, Kraft und Ruhe

Schliesse die Augen. Stell dir vor, du wirst zu einem Baum. Deine Füsse schlagen Wurzeln, mit jedem Atemzug tiefer. Gib alles Belastende, alle Blockaden mit jedem Atemzug über die Äste und Blätter ab. Beim Einatmen nehmen deine Wurzeln aus dem Boden alles auf, was stärkt: Energie, Kraft und Ruhe. Stell dir vor, wie diese «Nährstoffe» in deine Adern und Blutbahnen übergehen. Atme tief, du bist wie ein Baum, aufrecht und stark.

Waldschnüffeln

Nach Regen riecht der Wald herrlich aromatisch, aber selbst im Winter ist er voller Gerüche. Mit seinen verschiedenen Erden, Harzen, Kräutern und Moosen. Zerreibe Blätter und Nadeln mit den Fingern. Lass dich nieder und werde zum Schnüffler. Welche drei Gerüche sind deine liebsten?

Schneckentempo

Lasse deinen (nackten) Füssen freien Lauf, aber achtsam wie die Schnecke. Einen Fuss vor den anderen. Der Weg ist das Ziel. Wie fühlt sich der Boden an? Moos, Blätter, Nadeln, Wurzeln. Der Alltag rückt in die Ferne. Der Wald berührt dich vom Grund, berührt dein Herz und deine Seele.

Blindgang

Eine schöne Übung zu zweit. Mit ein wenig Vorsicht ein Erlebnis auch allein:

Schaue dir den Weg, den du gehen möchtest, noch einmal genau an. Dann setzt du blind und achtsam einen Fuss vor den anderen. Wie fühlt sich der Boden an, wie die Schritte? Konzentriere dich auf dein Gehör: Welche Geräusche sind in der Nähe, welche sind am fernsten? Der Wind in den Kronen, Vogelgesang, Menschenstimmen vielleicht. Was nimmst du wahr, was riechst, fühlst du jetzt? Lass dir Zeit, halte an und überlege, wo du jetzt vermutlich gerade bist. Dann öffne die Augen.

Weniger ist mehr

Setz dich zu einem Baum, lehne dich an seinen Stamm wie an eine starke Schulter und lege deine Hände an seine Wurzeln. Und dann? Nichts. Atme ruhig, geniesse und komme zur Ruhe.

Raumsprays Arve, Lärche, Fichte und Weisstanne von Aromalife liegen auf einem hellblauen Boden

Waldwissen

Erst 200 Jahre ist es her…
… dass ein grosser Teil des Schweizer Waldes ausgebeutet und gerodet wurde. Brenn- und Bauholz musste her, Weideflächen wurden ausgeweitet. Es folgten bedrohliche Erosionen und Überschwemmungen. Erst 1876 wurde er unter Schutz gestellt und mit schnell wachsenden Fichtenkulturen wieder aufgeforstet. Diese prägen bis heute unser Bild vom Wald. Das wird sich ändern. Die Forstwirtschaft unterstützt heute die Entwicklung von artenreichen Mischwäldern, die mit der Klimaerwärmung Schritt halten können. So entstehen im Mittelland neue, faszinierende Waldbiotope neben den ursprünglichen Arven- und Lärchenwäldern in den Alpen. Die Schweiz besteht aus einem Drittel Wald, einem riesigen Reich von Laub- und Nadelbäumen: Lärche, Arve, Weisstanne und Fichte prägen den Nadelwald, zum Teil bis über 2000 Meter über Meer hinaus.

Illustration eines Höhenprofils von Nadelbäumen und bis wie hoch ihre entsprechenden Wälder wachsen können

Fichtenwald – kühle Dunkelgrün

Nahaufnahme eines Astes einer Fichte mit frischen Astzweigen daran.

Im Sommer spendet sie Schatten, in ihrem Winterwald wird es dunkel. Fast jeder zweite Baum in der Schweiz ist eine Fichte, ursprünglich ein Bergbaum. Aber sie avancierte zum absoluten Liebling der Forstwirtschaft. Aus guten Gründen: Sie wächst schneller als alle anderen, ihr elastisches Holz ist beim Bauen begehrt, so auch bei der Papierherstellung und in ausgewählten Lagen gar als Klangholz. Wegen ihrer schuppigen, rotbraunen Rinde wird die Fichte fälschlich auch als «Rottanne» bezeichnet. Im Gegensatz zur Weisstanne hat sie hängende Zapfen und buschig angeordnete Nadeln. Da sie keine hohen Temperaturen verträgt, wird sie wegen der Klimaerwärmung in kältere Zonen wandern müssen... woher sie ursprünglich gekommen ist.

Lärchenwald – goldgelbe Wintervorboten

Nahaufnahme eines Astes einer Lärche mit ganz frischen, noch grünen Zapfen daran.

Im Spätherbst fallen die goldgelben Lärchen ins Auge, das helle Frühlingsgrün der neuen Nadeln hingegen bleibt eher unbemerkt. Bei uns sind es die einzigen winterkahlen Nadelbäume. Typisch auch ihre eiförmig kugeligen Zapfen. Lärche ist das schwerste, härteste Holz und trotzt jeder Witterung, deshalb ist es sehr beliebt für Bau und Möbel. Der lichtbedürftige Bergbaum wächst wie die Arven in Höhenlagen bis über 2000 Meter, vor allem im Wallis, im Tessin und in Graubünden. Es gibt uralte Lärchenwälder, einzelne Bäume erreichen ein Lebensalter von bis zu 1000 Jahren.

Weisstanne – im Mischwald daheim

Nahaufnahme eines Astes einer Weisstanne.

Zum Beispiel am Jurasüdhang: Hier fühlt sich die Tanne wohl. Bis zum Genfersee erstreckt sich ein reicher Mischwald mit verschiedensten Laub- und Nadelbäumen. Mächtige Weisstannen stehen neben Vogel- und Mehlbeerbäumen. Sie gedeihen begünstigt vom milden Klima und geschützt vor den Stürmen aus dem Westen. Diese Zonen sind ideal für die sensiblen und wärmefreundlichen Bäume, denen der Klimawandel wenig schadet. Ihre aufrechten Zapfen sowie die zwei silbrigen Wachsstreifen auf der Nadelunterseite unterscheiden sie von den Fichten. Sie kommen oft auch im Verband mit Fichten vor, über 1000 Meter trotzen aber nur noch vereinzelte Weisstannen dem rauen Klima. Alleinstehende Bäume können einen Umfang von bis zu drei Metern entwickeln. Ab 200 Jahren wachsen die Riesen nämlich nur noch in die Breite.

Arvenwald – Königin der Alpen

Lichtung in einem Arvenwald und von einer Seite erhellen Sonnenstrahlen die Lichtung.

Der God Tamangur im Engadin ist der höchstgelegene Arvenwald Europas. Seine Arven wachsen sehr langsam, für einen Meter brauchen sie circa 20 Jahre. Aber sie widerstehen Sturm, Schnee und Polarkälte von bis zu minus 40 Grad und Einzelbäume klettern bis 2500 Meter über Meer. Wahrscheinlich nennt man den urtümlichen Wetterbaum deshalb auch «Königin der Alpen». Die Arve findet sich oft in Mischwäldern mit Lärchen, diese erstrecken sich vom Wallis bis ins Engadin. Mit den fünf Nadeln pro Büschel ist die Arve unverkennbar.

Platzhalter

Die Praxis des Waldbadens (Shinrin Yoku) hat ihren Ursprung in Japan. In den 80er Jahren ist Waldbaden als Präventionsmassnahme zur Stressbewältigung und Erholung für überarbeitete und gestresste Menschen eingeführt worden. 78 Prozent der Japaner leben in Städten und 11 Millionen Passagiere nutzen täglich die U-Bahn in Tokio. Für das Phänomen «Tod durch Überarbeitung» haben die Japaner sogar einen eigenen Namen «karoshi». In speziell angelegten Heilwäldern mit Gesundheitszentren können sich die Menschen entspannen und zur Ruhe kommen.

Vom Wald in die Küche

Jeden Mai erleben Nadelbäume einen Wachstumsschub, sichtbar an den hellgrünen Trieben. Diese Schösslinge enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Harze, Tannine und Vitamin C, wie gemacht für selbst hergestellte Küchenschätze der Natur. Schon ein paar Schösslinge, zusammen mit Heidelbeerkräutern, ergeben einen aromatischen Tee, auch mit Tannenaroma veredelte Saucen sind beliebt. Am bekanntesten ist aber der Tannenspitzenhonig. Es handelt sich um eine Melasse, bzw. einen Honigersatz. Im Volksmund nenn man diese Zubereitungsart «Honig».

Tannenspitzenhonig - Rezept

Zubereitungszeit: 180 Minuten

  • 500 g Tannenspitzen, frisch gepflückt
  • 1 kg Zucker
  • 1 Zitrone, Saft
  • 1 Konfitüren-Tuch

Zubereitung:

  1. Die Tannenspitzen in eine grosse Pfanne geben und knapp mit Wasser zudecken. Aufkochen, 20 Minuten köcheln lassen und über Nacht stehen lassen.
  2. Tannenspitzen und Flüssigkeit durch ein Konfitüren-Tuch in eine andere Pfanne giessen, abtropfen lassen. Tannenspitzen durch Tuch ausdrücken, damit möglichst viel von dem kostbaren Saft in die Flüssigkeit gelangt.
  3. Von der abgesiebten Flüssigkeit einen Liter abmessen
  4. Zucker und Zitronensaft zugeben und ca. 1,5 Stunden köcheln lassen.
  5. Gelierprobe machen: Ein Teelöffel Honig auf kalten Teller geben. Wenn der Honig nach zwei Minuten schwer vom Teller fliesst, ist er abfüllbereit.
  6. In saubere, heisse Gläser füllen und gut verschliessen.

Wichtig bevor du Tannenspitzen pflücken gehst:

  • Naturschutzgebiete: In Schutzgebieten ist das Sammeln oft verboten oder stark eingeschränkt. Informiere dich vorab über lokale Vorschriften.
  • Massvolles Sammeln: Kleine Mengen für den Eigengebrauch sind meist erlaubt, aber das massenhafte Pflücken kann Bäume schädigen. Am besten nur von verschiedenen Bäumen und nicht von der Haupttriebe nehmen.
  • Privatgrundstücke: Ohne Erlaubnis des Eigentümers darf man auf privatem Grund keine Pflanzen oder Pflanzenteile entnehmen.
  • Kantonale und kommunale Regelungen: Je nach Kanton oder Gemeinde kann es spezielle Bestimmungen geben. Es lohnt sich, vorab nachzufragen.

Unterschied Weisstanne und Rottanne (Fichte)

Links die Rinde einer Weisstanne und rechts die Rinde einer Rottanne, auch Fichte genannt

Borke

Die Borke der Weisstanne ist eher glatt und weisslich grau. Bei der Rottanne ist die Borke roh und rötlich braun.

Links die Nadeln einer Weisstanne und rechts die Nadeln einer Rottanne, auch Fichte genannt

Nadeln

Die Nadeln der Weisstanne sind weich, haben einen zitronigen Geschmack und haben silbrige Wachsstreifen auf der Unterseite.  Die Nadeln der Rottanne sind buschig angeordnet, leicht stachelig und harzig im Geschmack.

Links die Zapfen einer Weisstanne und rechts die Zapfen einer Rottanne, auch Fichte genannt

Zapfen

Die Zapfen einer Weisstanne stehen aufrecht und bleiben am Baum, bis sie zerfallen. Die Zapfen der Rottanne hängen herunter und fallen herab – entsprechend findet man am Boden meist nur Fichtenzapfen.

Links ein Wald mit Weisstannen und rechts ein Wald mit Rottannen, auch Fichte genannt

Vorkommen (im Jura)

Weisstannen findet man oft in Mischwäldern mit Laubbäumen und Fichten unterhalb von 1'000 Metern. Die Rottanne ist auch über 1'000 Meter noch anzutreffen, zum Teil auch in Gruppen zerstreut. Sie ist eine typische «Wettertanne».

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Der Baum-Düftler

Jürg Horlacher, der Baum-Düftler

Vier Fragen an Jürg Horlacher, Gründer und Geschäftsführer Aromalife.

Was bedeutet dir der Wald?

Er gehörte von Beginn weg in mein Leben. Ich wuchs am Waldrand auf und verbrachte so viel Zeit wie möglich im Wald. Mit der Pfadi war ich später im ganzen Land in den Wäldern unterwegs. Heute suche ich den Wald auf, um mich zurückzuziehen und durchzuatmen. Das Knistern des Laubs … die Palette an Gerüchen, Licht und Farben. Ich fühle mich nachher jeweils energetisch aufgeladen.

Nadelbäume sind ein grosses Thema bei Aromalife. Was hat dich zum Baum-Düftler gemacht?

Ich liebe Bäume seit je, sie stehen für mich für Kraft, Energie und Leben. Ich liebe es, durch Buchen- oder Eichenwälder zu wandern. Am liebsten sind mir aber die Misch- und Bergwälder. Hier treffe ich auf einen Mix von Laubbäumen, Tannen und Fichten von unterschiedlichem Alter. Arven und Lärchen begleiten mich bis zur Waldgrenze. Spannend ist auch, dass sich die Düfte regional unterscheiden. Die gute Auswahl der Öle ist da entscheidend.

Hast du einen Lieblingswald?

Ja, es gibt ein besonderes Waldparadies für mich: Der God Tamangur im Engadin, der höchstgelegene Arvenwald Europas. Während meinen regelmässigen Ferien im Engadin besuche ich ihn so oft wie möglich. Hier steigt ein Glücksgefühl in mir auf wie nirgendwo auf dieser Welt. Ich fühle mich geerdet und es entstehen neue Ideen, wie zum Beispiel unsere Arven-Produktlinie.

Die Arve und Weisstanne sind die Stars unter den Walddüften. Wofür empfiehlst du die ätherischen Öle?

Arvenöl ist ein Dufterlebnis pur mit seinen über 100 Inhaltsstoffen. Es empfiehlt sich für die Regeneration, vor allem zur Förderung eines ruhigen Schlafs. Gleichzeitig vitalisiert es für den neuen Tag. Der Duft ist äusserst beliebt, auch für die Körperpflege. Weisstannenöl ist frischer im Duft als Arvenöl, es weckt und dient auch als Raumerfrischer. Zudem unterstützt es in Verbindung mit Johannisöl die Regeneration von Muskeln und Gelenken.

Waldbaden: Eintauchen in die heilende Kraft der Natur

Der Wald schenkt uns Ruhe, frische Luft und eine tiefe Verbindung zur Natur. Beim Waldbaden spüren wir den Herzschlag der Erde, lassen Stress hinter uns und finden zurück zu innerer Balance.

Douglasie

Der waldige Fitmacher - der Duft stärkt die Nerven und ist ausgleichend für Körper, Geist und Seele. Zudem kann er auch bei Konzentrationsmangel helfen – also ideal für lange Bürotage und intensives Lernen!

Arve

Die Kraft der Alpen – ein Öl welches beruhigend und zugleich vitalisierend wirkt. Es lässt uns tief durchatmen und gibt uns Kraft und Zuversicht.

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