Arve – die Königin der Alpen
Die Arve, auch als Königin der Alpen bekannt, ist ein widerstandsfähiger Nadelbaum, der in Höhenlagen bis zu 2400 Metern wächst. Dort bildet sie meist die Grenze des Waldes. Sie zählt zu den langsam wachsenden Bäumen. Für einen Meter Wachstum benötigt sie rund 20 Jahre. Mit beeindruckender Kraft widersteht sie über Jahrhunderte hinweg Stürmen, Schneemassen und eisiger Kälte bis minus 40 Grad.

Geschichte
Die Arve ist in den Alpen und den Karpaten heimisch und gehört zur Familie der Kieferngewächse. Während der letzten Eiszeit wurde sie aus dem Alpenraum verdrängt. Vermutlich konnte sie sich nur noch am südöstlichen Rand der Alpen halten. Von dort aus breitete sie sich langsam wieder aus und erreichte vor etwa 7000 Jahren ihre grösste Verbreitung. Mit der folgenden Klimaerwärmung zog sich die Arve in höhere Lagen zurück. Gleichzeitig wurde sie von der Fichte verdrängt, die sich neu in den Alpen ausbreitete, weshalb sie sich ebenfalls in höhere Lagen zurückziehen musste. Vor rund 800 Jahren setzten auch grossflächige Rodungen für die Alpweidewirtschaft sowie die Nutzung des Holzes den Arvenbeständen zu. Davon war nicht nur die Arve betroffen, sondern der gesamte Waldbestand.
Erst mit dem Forstgesetz von 1876 wurden die Rodungen eingeschränkt. Heute findet man die Arve in der Schweiz vor allem in den inneralpinen Trockentälern mit ihren starken Temperaturschwankungen – vom Wallis bis ins Engadin. Auch in den Randalpen, etwa im Glarnerland, im Sarganserland, im Berner Oberland, in der Waadt oder in den Tessiner Bergen, wachsen vereinzelt Arven. Dabei handelt es sich meist um kleine, räumlich isolierte Bestände. In tieferen Lagen ist die Arve vom Aussterben bedroht. Eine genetische Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft weist auf diese Entwicklung hin. Wir bei Aromalife befassen uns intensiv mit dem Bergwald und besonders mit der Arve.

Das Tal Tamangur und der Tannenhäher - Eine besondere Freundschaft in den Alpen
Vor etwa 80 Jahren war der Arvenwald im Tal Tamangur stark bedroht. Überweidung und intensive Nutzung setzten ihm zu. Doch der entscheidende Grund für sein Verschwinden war die rücksichtslose Jagd auf den Tannenhäher.
Früher hielt man ihn für einen Schädling, weil er die kostbaren Arvennüsse sammelte. Man glaubte, er stehle die Samen und verhindere so die Vermehrung der Bäume. Deshalb wurde er lange Zeit erbarmungslos bejagt. Dabei ist gerade dieser Vogel ein entscheidender Helfer der Arve. Er sammelt im Herbst die nahrhaften Nüsse und versteckt sie als Wintervorrat im Boden. Viele davon vergisst er wieder. Aus diesen vergessenen Schätzen wachsen neue Bäume. So sorgt der Tannenhäher auf ganz natürliche Weise für die Erneuerung des Arvenwaldes.
Erst viel später erkannte man, wie wichtig dieser Vogel für das Gleichgewicht im Gebirgswald ist und heute versucht man den Tannenhäher zu schützen. Was auf den ersten Blick kaum sichtbar ist, zeigt sich als geniale Zusammenarbeit der Natur. Diese Freundschaft zwischen Baum und Vogel sichert bis heute das Überleben des Arvenwaldes im Tal Tamangur.
Merkmale
Die Arve wächst dort, wo andere Bäume längst aufgegeben haben. Auf saurem Boden, hoch oben im Gebirge, bis auf 2400 Meter. Oft markiert sie die letzte grüne Grenze vor dem kargen Fels. Ihre Kraft und Zähigkeit machen sie zur wahren Überlebenskünstlerin. Nicht umsonst nennt man sie die Königin der Alpen.

Selbst junge Bäume, die im Winter unter schwerem Schnee zusammengedrückt werden, richten sich im Frühling wieder auf. Alte Arven mit tiefen Wurzeln im Fels stehen auch dann noch fest, wenn sie schief gewachsen sind. Sie bieten Lawinen die Stirn und schützen, was unter ihnen liegt. Bricht ein Ast ab, treibt er oft wieder aus. Die Arve gibt nicht auf.
Das raue Klima formt ihr besonderes Holz. Es duftet angenehm, ist reich an Harz, leicht, weich und lässt sich wunderbar bearbeiten. Perfekt zum Schnitzen, Drechseln oder Spalten. Es trocknet schnell, schrumpft kaum und ist sehr haltbar. Das ätherische Öl in den Harzkanälen wirkt antibakteriell und schützt vor Motten. Deshalb wurden früher Kleiderschränke und Vorratskisten gerne aus Arvenholz gebaut.
Die Arve nimmt sich Zeit. Sie denkt in Jahrhunderten. Erst mit etwa 50 Jahren beginnt sie, Samen zu bilden. Ihre Blüten zeigt sie nur alle sechs bis zehn Jahre. Auch die Nadeln wechselt sie langsam, etwa alle vier bis sechs Jahre. Eine wachsartige Schicht schützt sie vor dem Austrocknen. Im Schnitt wird die Arve 200 bis 400 Jahre alt. Einzelne freistehende Bäume erreichen sogar ein Alter von bis zu 1000 Jahren.
Ein spannendes Detail: Die Arve ist die einzige Nadelbaumart mit fünf Nadeln pro Büschel. Sie blüht spät, das erste Mal oft erst nach 40 bis 60 Jahren. Dann leuchten ihre weiblichen Blüten als rote Zäpfchen zwischen Mai und Juli. Die Nüsse, die daraus entstehen, sind essbar und brauchen bis zu zwei Jahre, um zu reifen.

Die Arve hat viele Namen
Nicht nur die Verwendung der Arve ist vielfältig, sondern auch ihre Namen. In der deutschsprachigen Schweiz nennt man sie Arve, seltener auch Arbe. In den rätoromanisch sprechenden Regionen trägt sie Namen wie Dschember, Schiember, Schember, Cier, Cirum, Zirm oder Cirmul. In Österreich und Deutschland ist sie als Zirbe oder Zirbelkiefer bekannt. In Italien nennt man sie Cembro oder Cirmolo, in Frankreich Arolle oder pin cembro. Die botanische Bezeichnung für diesen besonderen Nadelbaum lautet Pinus cembra.
Schon seit Jahrhunderten schätzt man das Arvenholz für seine beruhigende Wirkung. Deshalb bestehen in vielen alten Bauernhäusern in den Alpen sowohl die Stuben als auch die Möbel aus diesem Holz. Wer keine Arvenstube besitzt und nicht von Arvenmöbeln umgeben ist, kann sich den wohltuenden Duft dennoch nach Hause holen – mit dem ätherischen Öl aus den Nadeln der Arve.
Ätherisches Öl und Pflanzenwasser Profil
Der Duft des Arvenöls ist frisch, waldig und klar. Er enthält über 100 natürliche Inhaltsstoffe, die im Holz gespeichert sind und über viele Jahre hinweg einen feinen, balsamischen Geruch verströmen. Das Öl zählt zu den Herz-Kopfnoten und hat gleichzeitig beruhigende und belebende Eigenschaften. Es wird gerne verwendet um neue Kraft, Zuversicht und innere Ruhe zu finden.
Das Arven Pflanzenwasser bringt die kraftvolle Präsenz des Bergwaldes in den Alltag. Sein herber, frischer Duft verleiht Klarheit, belebt die Sinne und schenkt zugleich Ruhe und Geborgenheit.

Anwendungsbereiche
Das ätherische Öl wird sehr gerne in Schlafräumen eingesetzt. Ob in einem Aromavernebler, als Raumspray oder Arvenkissen, die wohltuenden Eigenschaften finden gleichermassen Anwendung.
Das Pflanzenwasser findet gerne Anwendung als Gesichtswasser oder Basis für ein Aftershave erfrischt es die Haut und hinterlässt ein Gefühl von Reinheit und Leichtigkeit. Auch als sanfter Raumspray entfaltet es seine stabilisierende Kraft, reinigt die Atmosphäre und schafft eine harmonische, schützende Umgebung. Ob als Begleiter in der Sauna oder als Kissenspray, das Arvenwasser erinnert daran, tiefer zu atmen, zur Ruhe zu kommen und neue Energie aus der Natur zu schöpfen.
Eigenschaften
ermutigend, stärkend, kräftigend
- steigert das Durchsetzungsvermögen
- gibt Kraft, Mut und Zuversicht
- bei körperlicher und geistiger Erschöpfung
- lässt tief und intensiv durchatmen
- bringt das Wohlfühlklima ins Schlafzimmer
Gewinnung
Das ätherische Öl wird aus Zweigen mit Nadeln durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Für einen Liter benötigt man rund 300 Kilogramm Arvennadeln.
DIY-Ideen
Riechstift für unterwegs
- Aromalife Riechstift
- 3 Tropfen ätherisches Öl Arve
- 1 Tropfen ätherisches Öl Yuzu
Auf das Vlies des Riechstifts geben – tief einatmen und neue Energie schöpfen.
Aftershave zum Selbermachen
- 10 Tropfen ätherisches Öl Arve
- 50 ml Pflanzenwasser Weisstanne
- 25 ml Alkohol
Alles mischen – sanft auftragen für ein frisches Hautgefühl.
Wohltuendes Arvenbad
- 8–12 Tropfen ätherisches Öl Arve
- 2 Esslöffel Rahm, Honig oder Salz
Rahm, Honig oder Salz mit dem ätherischen Öl gut mischen und ins einlaufende Badewasser geben. Besonders wohltuend bei feucht-kaltem Wetter und nach sportlicher Betätigung.
Arve
Die Kraft der Alpen – ein Öl welches beruhigend und zugleich vitalisierend wirkt. Es lässt uns tief durchatmen und gibt uns Kraft und Zuversicht.
Arve
ruhige Nacht, vitaler Tag
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