Melisse – vielseitig und kostbar
Die Melisse verbindet aromatische Frische mit beruhigender Qualität. Sie wird bereits seit dem Mittelalter kultiviert und auch heute noch aufgrund ihrer ausgleichenden Eigenschaften geschätzt.

Geschichte
Die Melisse blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die eng mit ihrer Nutzung als Heil- und Gewürzpflanze verknüpft ist. Zitronenmelisse ist heimisch im östlichen Mittelmeerraum sowie in mehreren Teilen Europas und Asien. Aufgrund ihres angenehmen, zitronenartigen Duftes und ihrer vielseitigen Heilwirkungen verbreitete sie sich rasch über ganz Europa. Bereits im frühen Mittelalter war die Melisse ein geschätztes Kraut in der Volksheilkunde. Der bekannte Kaiser Karl der Grosse (747 oder 748 – 814) war so überzeugt von der Heilkraft der Melisse, dass er ihren grossflächigen Anbau förderte. Dieser Erlass trug wesentlich dazu bei, dass die Melisse in weiten Teilen Europas heimisch wurde. Heute findet man die Zitronenmelisse nicht nur in historischen Kräuterbüchern, sondern auch in zahlreichen Hausgärten, auf Balkonen und in städtischen Grünanlagen.
Merkmale
Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die zur Familie der Lippenblütler gehört. Sie zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte Langlebigkeit aus und kann unter günstigen Bedingungen (ohne regelmässige Nutzung) ein Alter von etwa zehn bis zwanzig Jahren erreichen. Während viele Kräuter nur ein- oder zweijährig kultiviert werden, stellt die Zitronenmelisse mit ihrer mehrjährigen Lebensweise eine Ausnahme dar.
In Bezug auf ihre Wuchshöhe zeigt sie eine gewisse Variabilität: Die Pflanzen können je nach Standortbedingungen, Bodenqualität und Klima zwischen etwa 20–90 cm hoch werden. Das charakteristische Aroma der Zitronenmelisse ist zitronenartig und frisch. Die Intensität dieses Duftes kann je nach Sorte, Standort und Erntezeitpunkt unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Pflanzen verströmen nur einen zarten Hauch von Zitrone, während andere einen deutlich kräftigeren, ätherischen Duft abgeben.

Die Blütezeit der Zitronenmelisse erstreckt sich über die Sommermonate und liegt typischerweise zwischen Juni und August. In dieser Zeit erscheinen kleine, weisse bis blassrosa Blüten, die insbesondere für Bienen und andere Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle darstellen. Die Pflanze wird deshalb auch als Bienenfreund geschätzt. Ursprünglich stammt die Zitronenmelisse aus Regionen mit warmem Klima. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im östlichen Mittelmeerraum sowie in Teilen Westasiens. Sie kommt dort vor allem in Ländern wie der Türkei, im Kaukasusraum sowie im westlichen Iran vor. In diesen Gebieten wächst sie bevorzugt in nährstoffreichen Böden, die gut durchlässig sind, dabei jedoch eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen. Besonders gut gedeiht sie an warmen, sonnigen Standorten mit mässigem Wasserangebot, wobei sie Staunässe ebenso schlecht verträgt wie ausgeprägte Trockenheit.
Auch in Mitteleuropa ist die Zitronenmelisse inzwischen weit verbreitet, häufig jedoch als verwilderte Pflanze. In freier Natur findet man sie häufig auf Waldschlägen, also auf Flächen, auf denen Bäume gefällt wurden, sowie entlang von Forstwegen. Dort profitiert sie von der offenen, lichtdurchfluteten Umgebung und den nährstoffreichen Böden, die durch die forstwirtschaftliche Nutzung entstehen. Für die Nutzung in der Pflanzenheilkunde und in der Kräuterverarbeitung wird die Zitronenmelisse gezielt angebaut. Dabei erfolgt die Kultivierung meist als zwei- bis dreijährige Kultur, da die Pflanzen nach dieser Zeit ihren Ertrag und ihr Aroma allmählich verlieren.
Die Anzucht kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Zum einen durch das Einpflanzen vorgezogener Jungpflanzen, was typischerweise im Mai oder im September geschieht. Zum anderen kann die Zitronenmelisse direkt aus Samen gezogen werden, wobei die Direktsaat vorzugsweise im Mai erfolgt, wenn die Bodentemperatur etwa 20 Grad Celsius erreicht hat. Daneben ist auch eine vegetative Vermehrung über Stecklinge möglich. Die Ernte der Zitronenmelisse erfolgt mehrmals im Jahr, in der Regel drei- bis viermal, jeweils kurz vor der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an ätherischen Ölen in den Blättern besonders hoch, was für die spätere Verarbeitung entscheidend ist. Die geerntete Blattmasse wird anschliessend getrocknet oder frisch weiterverarbeitet. Auf einer bewirtschafteten Anbaufläche von einem Hektar lassen sich unter optimalen Bedingungen zwischen 15 und 30 t Blattmasse pro Jahr gewinnen.
Ätherisches Öl und Pflanzenwasser Profil
Die Duftrichtung des Melissenöls ist frisch, hell und spritzig mit einer sonnig-warmen, leicht zitronigen Note. Sein Duft ist klar und fein, weich, dezent und insgesamt weniger fruchtig als Zitronenöl, dafür aber frischer. Es gehört zu den Herznoten.
Melissen Pflanzenwasser begeistert mit seinem frischen, zitronenähnlichen Duft und sanft ausgleichendem Charakter. Es schenkt innere Ruhe, hebt die Stimmung und begleitet besonders Frauen in Phasen des Wandels mit feiner, harmonisierender Kraft.
Anwendungsbereiche
Das ätherische Öl Melisse trägt zur Balance von Körper und Geist bei. Es kann gleichzeitig erfrischen, anregen und beruhigen und eignet sich daher hervorragend zur unterstützenden Behandlung von Beschwerden, die durch ein inneres Ungleichgewicht verursacht wurden. Es hilft, schädliche äussere Einflüsse abzuwehren, Spannungen zu lösen und das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen. In diesem Sinne kann es fast als Schutzöl für gestresste Menschen bezeichnet werden.
Das Pflanzenwasser ist ein idealer Begleiter zum Durchatmen, Entspannen und Wohlfühlen, ob als Körperspray, im Raum oder unterwegs.
Eigenschaften
reinigend, fokusgebend, anregend, klärend
- ausgleichend bei Überreizung
- regulierend bei hibbeligen Kindern
- bei seelischem Unwohlsein – bei Herzensangelegenheiten
Gewinnung
Echtes Melissenöl zählt zu den kostbarsten ätherischen Ölen überhaupt. Grund dafür ist der ausserordentlich hohe Rohstoffbedarf: Für die Gewinnung eines einzigen Liters benötigt man 3–4 t (je nach Angaben sogar bis zu 10 t) frisches Pflanzenmaterial.

DIY-Idee
Nachtruhe Massageöl
- 75 ml Aromalife Pure Körperöl
- 10–15 Tropfen ätherisches Öl Melisse 10 %
Alles miteinander mischen. Abends vor dem Zubettgehen, sanft in die Haut (im Bereich von Nacken, Brustbein und eventuell auch an den Handgelenken oder hinter den Ohren) einmassieren. Ein selbst hergestelltes Massageöl mit dem ätherischen Öl Melisse 10 % kann helfen, uns vom Tagesgeschehen in den nächtlichen Ruhezustand zu begleiten.
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