Orange – eine Kreuzung von Mandarine und Bitterorange


Die Orange lässt sich nicht ohne Grund als «Sonnenspeicher der Natur bezeichnen». Ihre leuchtende Schale birgt ein ätherisches Öl, welches sich wohltuend auf unseren Körper und unseren Geist auswirkt. Der Duft des Orangenöls ist fruchtig und weich und erinnert an einen warmen Sommermorgen. Er hat stimmungsaufhellende und beruhigende Eigenschaften und bringt Leichtigkeit in den oft so vollgepackten Alltag.

Orangen in Nahaufnahme an einem Orangenbaum.

Geschichte

Die süsse Orange entstand durch eine Kreuzung von Mandarine und Bitterorange und wurde erstmals in Südostasien kultiviert. Die genaue Zeit ihrer Entstehung ist nicht abschliessend geklärt, jedoch wird angenommen, dass sie vor etwa 2500 Jahren entstanden ist.

Die Bezeichnung «Apfelsine» leitet sich vom niederländischen «appelsien» ab, was «Apfel aus China» bedeutet. Bereits die Araber nutzten die Orange bei längeren Reisen als Nahrungsmittel. Über die Ausbreitung des Islams gelangte die Orange nach Afrika. Schliesslich gelangte sie im 15. Jahrhundert über Händler auf die iberische Halbinsel, wo sie ihren Siegeszug im Mittelmeerraum begann.

Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus fand die Orange auch ihren Weg in die Neue Welt. Auf Hispaniola wurden die ersten Orangenplantagen angelegt, und in Florida entstanden zwischen 1513 und 1565 die ersten Pflanzungen rund um die Siedlung St. Augustine.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Florida eine bedeutende Apfelsinenindustrie. Zwei schwere Frostperioden Ende des 19. Jahrhunderts führten jedoch dazu, dass die Anbaugebiete nach weiter südlich verlagert wurden. Heute ist Florida, neben Brasilien, Spanien und Südafrika, eines der wichtigsten Anbaugebiete für Orangen.

Die Orange wurde nicht nur wegen ihres Geschmacks geschätzt, sondern auch wegen ihres betörenden Dufts und ihres immergrünen Laubs. Arabische Dichter beschrieben sie als «Kugeln aus vergossenem Gold», und in europäischen Orangerien galt sie als Symbol für Wohlstand und Exotik.

Eine Orangerie ist ein historisches Gewächshaus, das in Europa ab dem 16. Jahrhundert errichtet wurde, um empfindliche Pflanzen wie Orangen- und Zitronenbäume während der Wintermonate vor Frost zu schützen. Heute ist die Orange die weltweit am meisten angebaute Zitrusfrucht und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Orangerie in Frankreich mit einigen Orangenbäumen darin.

Im 17. Jahrhundert liess Ludwig XIV. in Versailles eine prächtige Orangerie errichten, um seine Sammlung exotischer Zitrusbäume zu beherbergen. Diese Orangerie, entworfen von Jules Hardouin-Mansart, bot nicht nur Schutz für die Pflanzen, sondern diente auch als beeindruckende Kulisse für höfische Veranstaltungen. Mit über 1000 Bäumen, darunter Orangen-, Granatapfel- und Olivenbäume, spiegelte sie den Reichtum und die Eleganz des französischen Hofes wider.

Merkmale

Der Orangenbaum ist nicht nur eine Fruchtquelle, sondern ein botanisches Kunstwerk. Er gehört zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae) und wächst als immergrüner Baum mit einer harmonisch abgerundeten Krone, die eine Höhe von bis zu neun Metern erreichen kann. Seine dunkelgrünen, glänzenden Blätter bilden eine dichte Kulisse für die leuchtend orangefarbenen Früchte, die wie kleine Sonnen an den Ästen hängen. Im Frühling verzaubert der Baum mit seinen weissen Blüten, die einen süssen, zitrusartigen Duft verströmen und zahlreiche Bienen und Schmetterlinge anlocken.

Besonders auffällig ist, dass der Orangenbaum selbstfruchtbar ist, was bedeutet, dass er ohne eine zweite Pflanze Früchte tragen kann. Die bekanntesten Sorten sind Navel-, Valencia- und Blutorangen sowie Mandarinen. Während Navelorangen kernlos und leicht zu schälen sind, überzeugen Valencia-Orangen durch ihr besonders saftiges Fruchtfleisch.

Der Ursprung des Orangenbaums liegt in warmen, sonnigen Regionen, und auch heute gedeiht er am besten an Standorten mit mindestens sechs bis acht Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag.

Ein gut durchlässiger Boden ist essenziell, denn Staunässe verträgt der Baum schlecht. Am richtigen Standort kann ein Orangenbaum 50–100 Jahre alt werden, in Ausnahmefällen sogar bis zu 150 Jahre.

Durch seine lange Lebensdauer, seine Robustheit und seinen Zierwert wird der Orangenbaum nicht nur in Plantagen, sondern auch in Hausgärten und auf Terrassen geschätzt. Dort bringt er nicht nur fruchtige Erntefreuden, sondern auch mediterranes Flair, das Körper und Geist belebt. Seine Blüten und Früchte bieten das ganze Jahr über einen faszinierenden Wechsel von Duft, Farbe und Geschmack.

Orangenplantage mit vielen Orangenbäumen umgeben von Hügeln und Bergen.

Ätherisches Öl Profil

Die Schale der Orange ist ein wahrer Schatz, sie enthält nicht nur eine grosse Menge ätherischer Öle, sondern auch reichlich Vitamin C. Der Duft des ätherischen Öls der Orange hat beruhigende Eigenschaften, nimmt die Angst vor neuen und unbekannten Situationen, vermittelt Wärme, Heiterkeit und Mitgefühl. Es bringt durch sein charakteristisches Aroma ein Gefühl von Geborgenheit in den Alltag.

Anwendungsbereiche

Orange lässt das innere Licht erstrahlen und schenkt gerade auch Kindern mehr Selbstvertrauen. Entspannend bei Unruhe und Stress, vermittelt Wärme und Mitgefühl. Die Orange ist ein kleiner Problemlöser im Alltag, denn belastende Gefühle werden mit der Orange etwas leichter.

Eigenschaften

lebensfreudespendend, besänftigend, einhüllend, ausgleichend

  • vermittelt Wärme, Heiterkeit und Mitgefühl
  • nimmt den Sorgen die Schwere
  • verbessert Stimmung und Laune
  • lässt das innere Licht erstrahlen
  • schenkt Kindern Selbstvertrauen

Gewinnung

Die Gewinnung von Orangenöl erfolgt durch ein besonders schonendes Verfahren, die sogenannte Kaltpressung. Im Gegensatz zu vielen anderen ätherischen Ölen, die durch Wasserdampfdestillation extrahiert werden, ist dieses Verfahren bei Zitrusfrüchten ungeeignet. Der Grund liegt in der Besonderheit der Orange: ihre ätherischen Öle befinden sich hauptsächlich in der Schale. Um sie zu gewinnen, werden die Schalen mit Wasser mechanisch gepresst und anschliessend in einer Zentrifuge aufbereitet. Durch die gleichmässige Rotation trennen sich Öl und Wasser, wobei das kostbare Orangenöl abgeschieden wird – ganz ohne chemische Zusätze. 2000 Orangenschalen ergeben ca. 1 kg ätherisches Öl.

Illustration der Gewinnung von ätherischen Ölen via Kaltpressung

DIY-Ideen

Bei hohen Anforderungen

  • 2 Tropfen ätherisches Öl Orange süss
  • Taschentuch

Die 2 Tropfen des ätherischen Öls Orange süss auf das Taschentuch träufeln und bei Bedarf daran riechen. Für den Glücksmoment unterwegs.

Tipp für den Haushalt

  • «Altes» ätherisches Öl Orange süss

Ätherisches Öl Orange süss eignet sich bestens für den Hausputz. Wer altes Orangeöl noch verwenden möchte, einfach ein paar Tropfen ins Wischwasser geben und so beim Putzen die Sonne des Südens verspüren.

Mentale Balance

  • Braunglasflasche Roll-on 10 ml
  • 10 ml Jojobaöl
  • 1–2 Tropfen ätherisches Öl Orange süss

Das ätherische Öl zusammen mit dem Jojobaöl in den Roll-on geben, gut mischen und bei Bedarf auf die Handgelenke auftragen. Achtung: nicht an der Sonne verwenden!

«Konfetti-Illusion»

Im Supermarkt wirken Orangen besonders appetitlich, wenn sie in roten oder orangefarbenen Netzen verpackt sind.

Dieser Effekt beruht auf der sogenannten «Konfetti-Illusion», einer optischen Täuschung, bei der das Gehirn die Farbe der Frucht intensiver wahrnimmt, wenn sie durch ein farbiges Muster betrachtet wird. So erscheinen selbst grünliche Orangen durch das Netz hindurch reifer und saftiger.

Ein weiteres interessantes Phänomen ist das «Regreening» bei Zitrusfrüchten, insbesondere bei Valencia-Orangen. Nach der Reifung kann sich die Schale unter warmen Bedingungen erneut grün verfärben, da die Chlorophyll-Synthese erneut angeregt wird. Diese grünen Orangen können sogar süsser sein als ihre tief orangefarbenen Pendants. Ihre grüne Färbung ist lediglich ein Zeichen für die klimatischen Bedingungen während der Reifephase und liefert keinen Hinweis auf eine verminderte Qualität.


Energie

und Lebenskraft


Passende Pflanzenporträts

Passende DIY-Ideen

Passende Themenwelten