Weihrauch – schlägt eine Brücke vom Materiellen zum Geistlichen


Der Duft von Weihrauch ist alt, geheimnisvoll und kraftvoll. Seit Jahrtausenden begleitet er Rituale, heilt Körper und berührt die Seele.

Verharzter Weihrauch auf einem Haufen.

Geschichte

Weihrauch zählt zu den ältesten und bedeutendsten Kulturgütern der Menschheitsgeschichte. Schon im Altertum war das aromatische Harz ein begehrter Rohstoff, der vor allem für kultische Handlungen verwendet wurde und den Ursprungsländern zu grossem Reichtum verhalf. Die alten Ägypter verehrten ihn als den «Schweiss der Götter». Sie setzten ihn sowohl bei religiösen Zeremonien als auch bei der Mumifizierung ihrer Pharaonen ein. Auch im antiken Judentum spielte Weihrauch eine Rolle. Obwohl er anfangs abgelehnt wurde, etablierte er sich spätestens zur Zeit des zweiten Tempels als fester Bestandteil zeremonieller Rituale.

Die antiken Römer verwendeten Weihrauch sowohl in ihren Tempeln als auch zur Ehrung siegreicher Kaiser. Bei jedem kaiserlichen Einzug in Rom trug man Weihrauch vor dem Herrscher her.

Im Mittelalter wurde der Weihrauch dann zu einem zentralen Symbol der katholischen Kirche. Man glaubte, dass sein aufsteigender Rauch die Gebete der Gläubigen zu Gott emportrage. Weihrauch galt in dieser Zeit als fast so wertvoll wie Gold. Der hohe Stellenwert des Harzes zeigt sich auch in der Bibel: Die Heiligen Drei Könige brachten dem neugeborenen Jesus neben Gold und Myrrhe auch Weihrauch als Geschenk dar. Doch die Geschichte des Weihrauchs geht noch weiter zurück.

Früheste archäologische Hinweise deuten darauf hin, dass Weihrauch bereits vor über 5000 Jahren im orientalischen Raum kultisch genutzt wurde. Neben religiösen und rituellen Anwendungen fand der Weihrauch auch im Alltag Verwendung. Die Ägypter nutzten ihn als Räuchermittel und zur Desinfektion. In der ayurvedischen Heilkunde wurde Olibanum, wie das Harz auch genannt wird, zur Behandlung chronischer Krankheiten wie Arthritis und Bronchialleiden eingesetzt. So entfaltet Weihrauch seine Wirkung nicht nur im spirituellen, sondern auch im heilkundlichen Bereich.

Weihrauch in einem Räuchergefäss für eine Zeremonie

Im Luxushotel «Shangri-La Al Husn» in Maskat, Oman, begrüsst Kulturbeauftragter Khalid Al Amri die Gäste mit einer traditionellen Zeremonie: Zuerst wird Weihrauch verbrannt, dann werden Kaffee mit Safran, Rosenwasser und Kardamom sowie Datteln gereicht. Als Weihrauch-Sommelier betreut Al Amri die 21 auf dem Hotelgelände wachsenden Boswellia-Bäume und vermittelt den Gästen die kulturelle Bedeutung des Harzes.

Merkmale

Der Weihrauchbaum, botanisch der Gattung Boswellia zugehörig, ist ein harzspendender Baum aus der Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Seine Heimat sind trockene Regionen Westafrikas, Arabiens und Indiens, insbesondere Somalia, Eritrea, Äthiopien sowie Teile Arabiens und Indiens. Dort wächst er bevorzugt in kargen Gebirgslandschaften mit sandigem Boden und extrem trockenem Klima, oft bis in Höhenlagen von 1200 Metern.

Eine erfolgreiche Kultivierung unter kontrollierten Bedingungen ist bisher kaum gelungen, was die Pflanze besonders wertvoll macht. Je nach Art und Standort erreicht der Baum eine Wuchshöhe von 1,5–15 m. Die Rinde wirkt papierartig und blättert wie vertrocknete Haut ab. Die Äste tragen bis zu 25 cm lange Blütenstände, die traubenförmig angeordnet sind. In der Rinde befinden sich sogenannte schizogene Exkreträume, aus denen das Harz austritt. Sobald das Harz an der Luft trocknet, bildet es das begehrte Weihrauchharz (auch Olibanum genannt), ein milchiges Gummiharz. Zur Gattung Boswellia gehören mehrere Arten, darunter Boswellia serrata (indischer Weihrauch), Boswellia papyrifera (äthiopischer Weihrauch), Boswellia frereana (Elemi-Weihrauch) sowie Boswellia sacra, die an den Küsten des Roten Meeres und in Südarabien wächst. Eine Besonderheit stellt Boswellia nana dar, die ausschliesslich auf der Insel Sokotra im Indischen Ozean vorkommt.

Die Erntezeit beginnt im März oder April und dauert bis in den September hinein. Dabei wird die Rinde des Baumes vorsichtig eingeschnitten. Zwei Wochen später kann das erste Harz gesammelt werden, das jedoch von geringerer Qualität ist. Die Bäume werden über mehrere Jahre hinweg regelmässig geerntet und danach in eine fünfjährige Ruhepause versetzt. Ein einzelner Baum liefert in einem Erntejahr etwa 5–10 kg Harz.

Ätherisches Öl Profil

Das ätherische Öl Weihrauch besticht durch ein reiches Duftprofil: voll, würzig, holzig, balsamisch und süss mit frischer Harznote. Als klassische Basisnote entfaltet es entspannende und stimmungsaufhellende Eigenschaften. Die mentale Anwendung ist vielseitig und bis heute nicht vollständig erforscht. Seit jeher mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht, scheint Weihrauch eine besondere Kraft auf unser seelisches Wohlbefinden auszuüben.

Das Weihrauch Pflanzenwasser ist ein zeitloser Schatz für Haut und Sinne, der reife, empfindliche oder müde Haut liebevoll pflegt und belebt.

Weihrauch-Baum in der Wüste in der prallen Sonne

Anwendungsbereiche

Manche Forscher vermuten, dass Weihrauch eine Rolle spielt auf die Psyche, wenn gläubige Menschen beim Betreten von Kirchen ein Gefühl des Friedens empfinden. Das ätherische Öl wird in Indien traditionell zur Unterstützung der Meditation verwendet. Auch das Gedächtnis profitiert vom Duft, einige Eliteuniversitäten nutzen Weihrauch in Studienräumen zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Das Pflanzenwasser als Haarspülung angewendet, verleiht es Glanz und Geschmeidigkeit, während es als Körperumfeldspray vor dem Meditieren den Geist weitet, klärt und Zentrierung schenkt. Sein nachhaltiger, beruhigender Duft schafft eine ausgleichende Atmosphäre und fördert ein Gefühl von innerer Harmonie.

Eigenschaften

inspirierend, tröstend, verbindend, stärkend

  • schlägt eine Brücke vom Materiellen zum Geistigen
  • öffnet das Verständnis für universelle Gesetzte
  • zentriert und erdend
  • mental stärkend
  • zur Sterbebegleitung und Trauer

Gewinnung

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem luftgetrockneten Gummiharz der Boswellia-Arten gewonnen. Dazu werden Stamm und Äste angeritzt, worauf eine milchige, klebrige Flüssigkeit austritt, die an der Luft zu Harz erstarrt, welches jedoch nur fünf bis zwölf Prozent reines ätherisches Öl enthält.

DIY-Idee

Entspannungs-Massageöl

  • 75 ml Aromalife Pure Körperöl
  • 20–40 Tropfen ätherisches Öl Weihrauch

Das ätherische Öl in das Aromalife Pure Körperöl geben. Gewünschte Hautstellen sanft massieren.

Trauer-Roll-on

  • Braunglasflasche Roll-on 10 ml
  • 10 ml Jojobaöl
  • 5–8 Tropfen ätherisches Öl Weihrauch

In Trauerphasen bei Bedarf auf Handgelenke auftragen.


Energie

und Lebenskraft


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